Mein täglich Brot

Ich wollte an dieser Stelle auch mal über meinen Beruf berichten, um einem meiner Argumente für einen Blog gerecht zu werden. Nämlich dem die Möglichkeit zu nutzen mit einem Blog Öffentlichkeit für Themen zu schaffen die mir wichtig sind.

Und zwar bin ich Sozialarbeiterin und arbeite ich in einem Aufnahmeheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Wenn ich davon erzähle müssen die meisten Leute erst mal kurz innehalten, sich die Worte vor Augen führen um sich darüber klar zu werden was das genau bedeutet. Aber eigentlich ist in diesen Worten alles mit drin.

Aufnahmeheim bedeutet erstmal das die Jugendlichen nach ihrer Ankunft (am Flughafen, Bahnhof, oder sie werden von der Polizei oder Landsleuten aufgegriffen und dann durch das Jugendamt zu uns vermittelt) zu uns kommen für die nächsten drei Monate. Bei uns werden dann erst mal die elementaren Dinge abgeklärt, wie ggf. Kleidungskauf, gesundheitlicher Check up, Klärung der asylrechtlichen Lage, ggf. Suche nach Verwandten. Die Jugendlichen bekommen bei uns einfach einen sicheren Rahmen so das sie einfach erst mal ankommen können nach einer teilweise auch sehr langen Flucht. Innerhalb dieser drei Monate müssen die oben genannten Sachen nicht geklärt, aber ins rollen gebracht worden sein. In dieser Zeit kümmert sich das Jugendamt darum den Hilfebedarf des Jugendlichen zu ermitteln und innerhalb Hessens eine geeignete Einrichtung zu finden wo der/die Jugendliche dann fest bleiben  und zur Schule gehen kann. Eine Sache auf die ich beim berichten meistens angesprochen werde ist die Frage der Verständigung. Bei uns besuchen die Jugendlichen vom ersten Tag an unseren eigenen Sprachkurs. Im Alltag klappt das Verständigen meistens irgenwie. Entweder können die Jugendlichen Sprachen die wir im Team auch können, (wie Englisch, Französisch, Arabisch, Persisch). Oft ist es jedenfalls so das zumindest eine Person aus einem Kulturkreis eine dieser Sprachen spricht und dann für die anderen übersetzten kann.

Unbegleitet bedeutet das sie ohne Erziehungsberechtigte geflohen sind, oder diese auf dem Weg verloren haben.

Minderjährig ist man in Deutschland bekanntlich wenn man unter 18 Jahren ist. Das galt leider lange Zeit in Deutschland nicht für Flüchtlinge. Bis vor kurzem galt die Altersgrenze 16 Jahre. Das heißt alle unbegleiteten Flüchtlinge ab 16 Jahren kam nicht in die Jugendhilfe sondern wurden in den Einrichtungen der Erwachsenen untergebracht und bekamen keinerlei Betreuung. Leider sind sie Unterschiede den Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge innerhalb Deutschlands noch extrem groß. Ansich ist das mit dem Alter bei unseren Jugendlichen ein heikles Thema, da viele von ihnen ohne Pass eingereist sind und das Alter das sie angeben nicht nachweisen können. Außerdem wissen viele das zwischen der Versorgung und den Zukunftschancen eines minderjährigen und eines volljährigen Welten liegen. Aber dieses Thema werde ich in einem anderen Pist mal genauer beleuchten.

Ob der/die Jugendliche sein/ihr Heimatland aus Gründen verlassen hat die das deutsche Gesetz als Fluchtgründe ansieht ist für uns als Aufnahmeheim erst mal uninteressant, das klärt der zuständige Rechtsanwalt ab.

 

So, das war erst mal ein kurzer Überblick. Ich denke ich werde nach und nach ein bisschen mehr davon berichten. Viele Menschen mit denen ich über das Thema ins Gespräch komme sind erst mal sehr erstaunt und wissen gar nicht das es so etwas gibt. Überhaupt hat das Thema Flüchtlinge leider gar keinen Platz in unserer Gesellschaft.

Ihr könnt gerne Fragen stellen die ich dann in meinem nächsten Post zu diesem Thema beantworten werde.

 

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  1. Hallo! Erst mal möchte ich dich ganz herzlich als Leserin meines Blogs begrüßen! Und als ich dich so in meiner Liste gefunden habe, dachte ich, ich schau mal vorbei und bin sehr überrascht, deinen Post hier zu lesen! Ich selbst bin ebenfalls SA und arbeite derzeit als Bezugsbetreuerin für einen UMF aus Afghanistan der in einer JuWoG lebt!
    Ich bin gespannt auf deine weiteren Zeilen!
    LG Astrid

    • WOW, das flasht mich jetzt natürlich. Beim recherchieren auf deiner Seite habe ich herausgefunden das du aus dem Saarland kommst. Wir hatten auch schon einige Jugendliche die vor uns im Saarland waren.
      Ich denke wir hören bestimmt noch von einander!
      Liebe Grüße
      Korle

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