Disco hier und da

War übrigens am Freitag … sagen wir eher Freitagnacht hier.

Geplanterweise veranstalten ein Kollege und ich immer ein Mal im Monat mit den Jugendlichen auf der Arbeit eine Disco. Dieses Jahr waren wir zugegebenermaßen einfach nicht genug dahinter und wir haben nur ca. 3 mal Disco gemacht.

Aber letzten Freitag war es dann endlich mal wieder so weit. Ich bin so eine Tanzmaus und bin immer wieder einfach nur so dankbar dafür das ich dafür dann auch noch bezahlt werde mit Jugendlichen in deren Kultur tanzen etwas ganz normales ist einen ausgelassenen Abend verbringen zu dürfen. Es ist immer wieder auch sehr toll zu sehen wie glücklich die sonst manchmal sehr bedrückten Jugendlichen an so einem Abend sind. Und ich denke dann immer mit ein wenig Pipi in den Augen: Ja, hier gehört ihr hin, auf die Tanzfläche, und nicht in irgendwelche Ausbildungslager von Extremisten, Gefängnisse oder Folterkammern.

Nach diesen schönen drei Stunden wurde die Gelegenheit genutzt und ich habe mich mit zwei Freundinnen noch in oben genanntem Club getroffen und dort wurde ordentlich weiter gedancet.

Für alle die in der Nähe wohnen kann ich sagen das der Club echt zu empfehlen ist. Er ist nicht besonders groß, die Musik an dem Tag war gut und die Stimmung wirklich sehr gut. Ich muss aber sagen das ich mir am Anfang schon etwas fehl am Platz vor kam. Die Leute waren alle einfach sehr stylt und gut aussehend.

Eine Besonderheit die mir sehr gut gefallen hat ist das man für den Eintritt den man dort zahlt (an diesem Abend 10€) zwei Getränkechips bekommt die 3,75€ wert sind.

Das wird nicht das letzte Mal gewesen sein das wir dort waren. Wie Julian (der auch an diesem Abend aufgelegt hat) auf einem der Videos der Homepage sagt: Wir wollen das die Leute als Gäste kommen und als Freunde gehen! Und es ist wirklich irgendwie recht familiär dort.

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Mein täglich Brot

Ich wollte an dieser Stelle auch mal über meinen Beruf berichten, um einem meiner Argumente für einen Blog gerecht zu werden. Nämlich dem die Möglichkeit zu nutzen mit einem Blog Öffentlichkeit für Themen zu schaffen die mir wichtig sind.

Und zwar bin ich Sozialarbeiterin und arbeite ich in einem Aufnahmeheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Wenn ich davon erzähle müssen die meisten Leute erst mal kurz innehalten, sich die Worte vor Augen führen um sich darüber klar zu werden was das genau bedeutet. Aber eigentlich ist in diesen Worten alles mit drin.

Aufnahmeheim bedeutet erstmal das die Jugendlichen nach ihrer Ankunft (am Flughafen, Bahnhof, oder sie werden von der Polizei oder Landsleuten aufgegriffen und dann durch das Jugendamt zu uns vermittelt) zu uns kommen für die nächsten drei Monate. Bei uns werden dann erst mal die elementaren Dinge abgeklärt, wie ggf. Kleidungskauf, gesundheitlicher Check up, Klärung der asylrechtlichen Lage, ggf. Suche nach Verwandten. Die Jugendlichen bekommen bei uns einfach einen sicheren Rahmen so das sie einfach erst mal ankommen können nach einer teilweise auch sehr langen Flucht. Innerhalb dieser drei Monate müssen die oben genannten Sachen nicht geklärt, aber ins rollen gebracht worden sein. In dieser Zeit kümmert sich das Jugendamt darum den Hilfebedarf des Jugendlichen zu ermitteln und innerhalb Hessens eine geeignete Einrichtung zu finden wo der/die Jugendliche dann fest bleiben  und zur Schule gehen kann. Eine Sache auf die ich beim berichten meistens angesprochen werde ist die Frage der Verständigung. Bei uns besuchen die Jugendlichen vom ersten Tag an unseren eigenen Sprachkurs. Im Alltag klappt das Verständigen meistens irgenwie. Entweder können die Jugendlichen Sprachen die wir im Team auch können, (wie Englisch, Französisch, Arabisch, Persisch). Oft ist es jedenfalls so das zumindest eine Person aus einem Kulturkreis eine dieser Sprachen spricht und dann für die anderen übersetzten kann.

Unbegleitet bedeutet das sie ohne Erziehungsberechtigte geflohen sind, oder diese auf dem Weg verloren haben.

Minderjährig ist man in Deutschland bekanntlich wenn man unter 18 Jahren ist. Das galt leider lange Zeit in Deutschland nicht für Flüchtlinge. Bis vor kurzem galt die Altersgrenze 16 Jahre. Das heißt alle unbegleiteten Flüchtlinge ab 16 Jahren kam nicht in die Jugendhilfe sondern wurden in den Einrichtungen der Erwachsenen untergebracht und bekamen keinerlei Betreuung. Leider sind sie Unterschiede den Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge innerhalb Deutschlands noch extrem groß. Ansich ist das mit dem Alter bei unseren Jugendlichen ein heikles Thema, da viele von ihnen ohne Pass eingereist sind und das Alter das sie angeben nicht nachweisen können. Außerdem wissen viele das zwischen der Versorgung und den Zukunftschancen eines minderjährigen und eines volljährigen Welten liegen. Aber dieses Thema werde ich in einem anderen Pist mal genauer beleuchten.

Ob der/die Jugendliche sein/ihr Heimatland aus Gründen verlassen hat die das deutsche Gesetz als Fluchtgründe ansieht ist für uns als Aufnahmeheim erst mal uninteressant, das klärt der zuständige Rechtsanwalt ab.

 

So, das war erst mal ein kurzer Überblick. Ich denke ich werde nach und nach ein bisschen mehr davon berichten. Viele Menschen mit denen ich über das Thema ins Gespräch komme sind erst mal sehr erstaunt und wissen gar nicht das es so etwas gibt. Überhaupt hat das Thema Flüchtlinge leider gar keinen Platz in unserer Gesellschaft.

Ihr könnt gerne Fragen stellen die ich dann in meinem nächsten Post zu diesem Thema beantworten werde.